Die Klischees sind bekannt:
Jedem Südamerikaner wurde
das Gefühl für Rhythmus in die
Wiege gelegt. Jeder Südameri-
kaner ist ein leidenschaftlicher
Liebhaber. Jede südameri-
kanische Liebe ist ein Pulverfaß,
jederzeit explosionsbereit. Nur
Südamerikaner werden ab und
an von einer nicht mit Ernst und
Traurigkeit zu verwechselnden
Schwermut befallen, die kein
Europäer verstehen kann. Und
für all das gibt es eigentlich nur
zwei Begriffe: Samba und
Tango ...
Das Duo „con pasión“ spielt in
seinem Programm „alma y
música“ mit diesem Klischee.
Natürlich fehlt der „Grand
Tango“ nicht, aber die beiden
Musiker gehen auf ihrer musi-
kalischen Entdeckungsreise
durch Lateinamerika weit über
gängige, einseitig orientierte
Literatur hinaus und zeigen, wie
vielfältig auch in diesem Teil
der Welt die musikalische
Landschaft ist. Dabei entdecken
sie die offensichtlichen oder
verborgenen Verbindungen zwi-
schen dem südamerikanischen
Kontinent und Europa. Solche
finden sich, beginnt man ein-
mal danach zu suchen, überall:
ob bei Astor Piazzolla und des-
sen kompositorischer Ausbildung
bei Nadia Boulanger, bei
Heitor Villa-Lobos und seiner
spezifischen musikalischen
Stilistik, bei dem italienisch-
stämmigen José Bragato oder –
andersherum – in der allgemei-
nen Begeisterung für südameri-
kanisches Kolorit, die vor allem
die französischen Komponisten
zu Beginn des 20. Jahrhunderts
erfasst hatte, und wofür Darius
Milhauds Stück „Corcovado“
aus den „Saudades do Brasil“
und Maurice Ravels"Pièce en
forme de Habanera"
eindrückli-
che Belege sind.



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| Choros Nr. 5 |
Heitor Villa-Lobos |
| Sonate Nr. 2 op. 66 |
Heitor Villa-Lobos |
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| Pause |
| Nuestro Tiempo |
Astor Piazzolla |
| Tres Piezas Breves op. 4 |
Astor Piazzolla |
| Milontan |
José Bragato |
| A Mauricio |
José Bragato |
| Sumaré, Corcovado |
Darius Milhaud |
| Le Grand Tango |
Astor Piazzolla |